Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden-Prohlis

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Es ist wieder soweit: Die Weihnachtsbaumhändler werden an den Straßen ihre Stände aufschlagen und es wird wie jedes Jahr Diskussionen geben: Nordmanntanne oder Fichte? Groß oder klein? Billig oder teuer?
Sind die ersten Hürden genommen, stellen sich die nächsten Fragen nach dem Christbaumschmuck: Klassisch silbern oder rot oder ganz bunt? Echte Kerzen oder elektrische? Dürfen Strohsterne ran, Holzspielzeug oder sogar echte Äpfel?
Bevor dann „O Tannenbaum“ gesungen werden darf, dauert es noch eine Weile. Ursprünglich von August Zarnack 1819 als tragisches Liebeslied geschrieben, wurde es durch Ernst Anschütz, der die 2. und 3. Strophe so ersetzte, dass es nur noch um den Baum und nicht mehr um die Liebe ging, das Lied, das wir heute kennen. Das Gefühl der Hoffnung und Beständigkeit, das der Baum durch sein immergrünes Aussehen vermittelt, ersetzte die Treue in der Liebe, die zuvor mit ihm verbunden wurde.
Auch Äpfel als Christbaumschmuck, die etwa im 15. Jahrhundert aufkamen, sollten ein Zeichen der Hoffnung sein. Später wurden sie durch die Kugeln ersetzt. Holzäpfel als Christbaumschmuck sieht man inzwischen immer wieder. Äpfel in der Weihnachtszeit, auch gern als Bratäpfel oder glasierte Äpfel, sollen symbolisch an die Geschichte der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies erinnern. Hier kann man diskutieren, ob der Apfel wirklich ein Apfel war oder die phonetische Nähe der lateinischen Begriffe für „Apfel“ und „böse“ den Ausschlag gegeben hat. Im Mittelalter jedenfalls gab es am 24. Dezember deshalb auch keine Krippen-, sondern Paradiesspiele, in denen die Geschichte um Schlange und Apfel erzählt wurde.
Die Hoffnung, die sich mit dem Christfest verbindet, gibt ein Weihnachtslied wieder, in dem es in der 6. Strophe heißt: „Heut schleußt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis“. Durch Christus bekommen wir wieder Zutritt zum Paradies. Und auch die Filmindustrie hat den Apfel schon vor Jahren als Hoffnungszeichen entdeckt: In dem Film „Adams Äpfel“ wird der letzte Apfel vom durch Krähen, Würmer und Blitzschlag gepeinigten Baum als Teil eines Apfelkuchens zum Hoffnungszeichen, dass Menschen sich ändern können, Happy End also.
Wenn Sie in diesen Tagen in einen Apfel beißen, egal ob gebraten oder glasiert, wenn Sie sich Gedanken über den Christbaumschmuck machen oder Filme schauen, in denen Äpfel vorkommen, dann horchen Sie doch einmal in sich hinein: Was ist in diesem Jahr Ihre Hoffnung, die sich mit dem Weihnachtsfest verbindet? Was müsste passieren, damit Weihnachten für Sie zum Happy End in diesem Jahr wird?
Behalten Sie Ihre Gedanken nicht für sich. Manche Hoffnungen erfüllen sich dadurch, dass man über sie redet.
Ich grüße Sie herzlich,
Ihre Pfarrerin Bettina Reinköste

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