Evangelisch-Lutherisches Kirchspiel Dresden Süd
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Kirchspielbrief Dresden Süd

„…nicht abweisen!“
Das ist die Zusage Jesu, die uns als Jahreslosung 2022 begleitet. Für mich heißt das: Diejenigen, die kommen, nicht abzuwimmeln, nicht fernzuhalten, nicht auszugrenzen. Wir sind zwar nicht Jesus, aber wir sind beauftragt, uns sein Anliegen zu eigen zu machen und zu vertreten.
Doch manchmal erlebe ich unsere Gemeinden als geschlossene Gesellschaft. Diesen Eindruck haben mir Zugezogene und Interessierte bestätigt: Unsere Gemeinden werden auch als abweisend und wenig einladend wahrgenommen.
„Nicht abweisen!“ Das Anliegen Jesu mit Leben zu füllen, fordert uns als Kirchspiel und Gemeinden heraus. Denn die Austrittszahlen gerade von jüngeren Leuten mahnen uns. Es gibt Menschen, die sind interessiert und suchen Gemeinschaft mit Christinnen, Christen und Gott. Und sie kommen. Aber eben nur einmal. Weil sich die Gemeinde augenscheinlich als wenig attraktiv und abweisend zeigte. Damit dürfen wir uns nicht abfinden, sondern müssen nach unserem Anteil an der Misere fragen! Vielleicht sind uns die Fragen und Bedürfnisse dieser Leute fremd, unwichtig und fern?!
Obwohl sich unsere Gesellschaft rasant verändert, bleiben wir in der Kirche weitgehend bei dem herkömmlichen Programm und unseren Formen. Die sind zwar seit Jahrzehnten üblich, greifen aber offensichtlich in letzter Zeit nicht mehr. Denn sonst würden wir nicht stetig kleiner werden und Mitglieder verlieren. Mir tut das weh, wenn Menschen austreten, Kinder nicht getauft werden und es von manchen Leuten kaum Interesse an einer Beziehung zu Jesus und zur Gemeinde gibt. Ich erlebe uns als eine Kirche, die sich an alten Strukturen und Veranstaltungen festklammert. Doch wenn wir Altes nicht loslassen, gibt es keinen Raum und keine Ressourcen für Neues.
„…nicht abweisen?!“ Ich wünsche mir eine gastfreundliche Gemeinde, die sich über Besuch und fremde Leute freut und Willkommenskultur lebt. Dass dies möglich ist, wurde in der Projektgruppe „Gastfreundschaft konkret“ beispielhaft gelebt. Unabhängig von religiöser Überzeugung und ethnischer Herkunft waren Menschen in der Leubnitzer Gemeinde zu Gast. Hier wurde nach den Menschen gefragt. Sie haben erfahren, dass man in der Gemeinde einander hilft, voneinander lernt und miteinander feiert.
„Nicht abweisen!“, dazu gehört auch, dass wir zum Beispiel unsere Nachbarinnen und Nachbarn in den Blick bekommen. Sie gehören teilweise zu unseren Gemeinden, finden aber aus verschiedensten Gründen keinen Zugang. Für sie müssen wir unsere Herzenstüren genauso wie unsere Kirchentüren öffnen, indem wir nach ihnen fragen, mit ihnen ins Gespräch kommen und sie zu uns einladen. Denn es gibt in unseren Stadtteilen und Dörfern auch „Gottsuchende“, die sich über Begegnungen in und mit der Gemeinde freuen würden. Diese Menschen brauchen uns und wir brauchen sie!
Wolf-Jürgen Grabner

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