Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden-Prohlis

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Wachsen und Reifen

- das sind die Segnungen von Sommer und Herbst. Da zeigt sich ein wunderbares Zusammenspiel, aber nicht geradlinig und hundertprozentig. Vielfach wird der Rasen ganz kurz gehalten, so dass Klee und Glockenblumen nie blühen können. Das Getreide wuchs in den kalten und feuchten Monaten Mai und Juni mühsam; jetzt ist es in der Hitze des Julis zu schnell notreif geworden; Höchsterträge wird es so nicht geben.
Dass Früchte wachsen und reifen, ist nach wie vor keinesfalls selbstverständlich. So wollen wir aufrichtig und von Herzen wieder Erntedank feiern!

Wachsen und Reifen bei uns selbst: weniger abhängig von den Jahreszeiten, aber doch im Zusammenhang mit dem Lauf der Jahre. In Kindheit und Jugend gehen Wachsen und Reifen dicht beieinander voran. Ein großer Schritt im Wachstums- und Reifungsprozess wird mit dem Schulanfang vollzogen. Eltern müssen dann ihre Kinder noch mehr loslassen und anderen Autoritäten überlassen. Ganz lange bleibt es spannend, ob aus dem Lernprozess auch ein Reifungsprozess wird, welche Anlagen gefördert werden und zum Tragen kommen, welche Fähigkeiten erschlossen werden
und was brach liegenbleibt.
Da braucht es immer auch die Kräfte des Himmels, damit unsere Kinder nicht einseitig getrimmt werden oder an einem sehr ökonomisch ausgerichteten Leistungssystem verzweifeln.
Auch wir Älteren brauchen wieder und wieder die Kräfte des Himmels, um immer noch zu reifen und nicht nur alles madig zu machen! Güte und Aufrichtigkeit, Einfühlungsvermögen und Lebenserfahrung - wenn man uns das abspüren kann, sind das Früchte des Himmels!

"Den HERRN stets ernstzunehmen, damit fängt alle Weisheit an.
Wer es tut, beweist Verstand."
(Psalm 111,10).

Ihr Pfarrer Christoph Schneider

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